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Über den Autor:

Detlef Beyer

Detlef Beyer ist seit über 20 Jahren ein Experte für digitale Barrierefreiheit und Gebrauchs­­tauglich­­keit (Usability). Detlef Beyer war als Lehr­­beauftragter an der Uni Duisburg-Essen und an der Fachhochschule Köln aktiv. Er hat vielfältige Artikel in Fach­­zeitschriften veröffentlicht. Er ist Autor des ersten deutschsprachigen Fachartikels zur Web-Barrierefreiheit im c't Magazin (Heise Verlag, 2003). Workshops und Vorträge sind ein weiterer Schwer­­punkt seiner Arbeit. Er ist Geschäfts­­führer der Medienkonzepte Beyer und Meiers GbR, Köln.
Professional Member der International Association of Accessibility Professionals
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Eine blinde Frau am PC

Die aktuelle Auswertung einer Umfrage von WebAIM

WebAIM hat die 10. Umfrage von Screenreader Nutzer:innen öffnet sich in einem neuen Tab veröffentlicht. Das Ergebnis zeigt wichtige Trends auf: JAWS bleibt der führende Desktop-Screenreader (40,5 %), während NVDA mit 37,7 % dicht folgt. Auf mobilen Geräten dominiert VoiceOver mit 70,6 %. 91.3% nutzen einen Screenreader auf einem Smartphone. Bei den Desktop Kombinationen aus Screenreader und Browser führt JAWS with Chrome (24,7%) vor NVDA mit Chrome (21,3%).

Nur 34,6 % der Befragten sehen Verbesserungen bei der Barrierefreiheit im Web. Das ist leider ein Rückgang zu 2021. Die am häufigsten genannten Probleme bleiben weitgehend unverändert und umfassen u. a. CAPTCHA, schlecht beschriftete Bilder und unzuverlässige Bedienbarkeit mit der Tastatur. Die Navigation in einer Seite erfolgt meist über Überschriften (71,6 %), während visuelle Selbstbeschreibungen in Meetings überwiegend abgelehnt werden (68,2 %).

Die am häufigsten genannten Probleme

  • CAPTCHA – Bilder mit Text zur Bestätigung eines menschlichen Nutzers werden als in der Regel schwer zugänglich beschrieben.
  • Interaktive Elemente – Menüs, Tabs und Dialoge verhalten sich oft unerwartet (das Verhalten entspricht nicht der Rolle die zugewiesen wurde)
  • Links und Schaltflächen – Beschriftungen sind oft unklar oder irreführend.
  • Unerwartete Seitenänderungen – Bereiche ändern sich ohne Vorwarnung.
  • Fehlende Tastaturzugänglichkeit – Elemente sind ohne Maus oft schwer erreichbar.
  • Fehlende oder fehlerhafte Alt-Texte – bei Bilder fehlen oft Beschreibungstexte oder diese sind schwer verständlich.
  • Komplexe Formulare – Benutzerfreundlichkeit und Struktur machen Eingaben schwierig.
  • Unzureichende Überschriften – Fehlende Hierarchie und schlechte Struktur erschweren die Navigation.
  • Übermäßige Links – Zu viele Links und Navigationselemente können überfordern.
  • Komplexe Datentabellen – Dichte Informationen sind oft schlecht strukturiert.
  • Suchfunktionalität – die nicht bedienbare oder fehlende Suche erschwert die Nutzung.
  • Fehlende Skip-Links – Ohne diese Links wird die Navigation erschwert.

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