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Über den Autor:

Detlef Beyer

Detlef Beyer ist seit über 20 Jahren ein Experte für digitale Barrierefreiheit und Gebrauchs­­tauglich­­keit (Usability). Detlef Beyer war als Lehr­­beauftragter an der Uni Duisburg-Essen und an der Fachhochschule Köln aktiv. Er hat vielfältige Artikel in Fach­­zeitschriften veröffentlicht. Er ist Autor des ersten deutschsprachigen Fachartikels zur Web-Barrierefreiheit im c't Magazin (Heise Verlag, 2003). Workshops und Vorträge sind ein weiterer Schwer­­punkt seiner Arbeit. Er ist Geschäfts­­führer der Medienkonzepte Beyer und Meiers GbR, Köln.
Professional Member der International Association of Accessibility Professionals
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Eine Frau im Rollstuhl vor einer Gruppe von Menschen

Für wen machen wir das eigentlich?

Der European Accessibility Act und daraus abgeleitet das Barriere­freiheits­stärkungs­gesetz (BFSG) verlangen von uns, dass unsere digitalen Angebote barrierefrei sein sollen. Das Warum habe ich schon an anderer Stelle erklärt. Hier möchte ich nur kurz der Frage nachgehen, für wen wir eigentlich den ganzen Aufwand treiben. Diese Frage taucht zumindest in vielen Gesprächen immer wieder auf und die Antwort erstaunt viele Zuhörer:innen. Natürlich sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass alle Menschen Zugang zu unseren Angeboten erhalten. Jemand auf Grund seiner Behinderung auszuschließen hört sich nicht nur falsch an, es ist darüber hinaus der falsche Weg.

Wie jetzt – Behinderung?

Die Definition des Begriffs „Behinderung“ ist in mehrfacher Hinsicht nicht einfach und der Ergebnis stiftet Bedeutung für unser Tun. 1980 definierte die World Health Organization (WHO) PDF Dokument, öffnet sich in einem neuen Tab eine Behinderung als „jede Einschränkung oder jeder Mangel (als Folge einer Behinderung) der Fähigkeit, eine Tätigkeit in der Weise oder in dem Umfang auszuüben, wie es für einen Menschen normal ist“. Heute definiert öffnet sich in einem neuen Tab die WHO es anders: „Behinderung ist nicht nur ein gesundheitliches Problem. Sie ist ein komplexes Phänomen, das die Wechselwirkung zwischen den körperlichen Merkmalen eines Menschen und den Merkmalen der Gesellschaft, in der er oder sie lebt, widerspiegelt“. Nicht nur der Mensch ist hier entscheidend, sondern auch die Gesellschaft. Zugänglichkeit erfordert Maßnahmen zur Beseitigung von umweltbedingten und sozialen Barrieren. Wenn ein Mensch bei der Interaktion mit unserer Website scheitert, dann schaffen und haben wir ein Problem und die Ursache sind nicht fehlende oder motorisch eingeschränkte Gliedmaßen.

Von 100 Menschen in Deutschland öffnet sich in einem neuen Tab haben 67 eine Sehschwäche, 63 eine Rechenschwäche, 31 eine psychische Krankheit, 25 klagen über motorische Einschränkungen, 12 haben eine Hörschädigung oder sind Schwerhörig, 9 weisen eine Lese- oder Schreibschwäche auf, 8 Männer zeigen eine Rot-Grün-Farbenblindheit auf. Diese Liste lässt sich noch weiterführen. Eine Einschränkung ist nicht die Ausnahme, sondern die Regel und darauf müssen wir reagieren. Wenn wir das nicht tun, schaffen wir eine Lösung für eine kleine Gruppe von Menschen und schließen viele andere aus.

Icons für Barrierefreiheit

Das anschauliche Icon-Set von Daresay öffnet sich in einem neuen Tab veranschaulicht sehr schön, wen wir bei unseren digitalen Angeboten nicht ausschließen wollen. Die Berücksichtigung dieser Anforderungen macht eine gute digitale Benutzerschnittstelle aus. Diesen Anspruch zu vernachlässigen ist eine klare Aussage. Keine sehr schöne.

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